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130. Stiftungsfest im Stift zu Wüsten

"Einszweidrei im Sauseschritt läuft die Zeit - wir laufen mit"

Zur dauernden Erinnerung an den Tag seiner silbernen Hochzeit stiftete Dr. Johann Heinrich von Lengerke im März 1882 der Kirchengemeinde Wüsten 10.000 Mark. Dieses Kapital, nach heutigem Wert rund 180.000 Euro, sollte zur Errichtung eines Kranken- und Siechenhauses verwendet werden. Im Laufe der Zeit hat sich aus diesem Haus eine moderne Pflege- und Senioreneinrichtung mit vielfältigen Angeboten, das Evangelische Stift zu Wüsten, entwickelt.

Um den Tag der Stiftung vor 130 Jahren gebührend zu feiern, fand in diesem Jahr eine ganze Festwoche mit Tanzcafé, Kabarett und Wilhelm-Busch-Nachmittag statt.
Höhepunkt der Woche, die unter dem Motto "Einszweidrei im Sauseschritt läuft die Zeit - wir laufen mit" (Wilhelm Busch) stand, war natürlich das 130. Stiftungsfest am Sonntag.

Bei eisigen Temperaturen unternahmen rund 80 Bewohner, Angehörige und Mitarbeiter des Stiftes den Versuch, aus drei Menschengruppen eine 130 als Symbol für das 130.Stiftungsfest zu bilden. Auch wenn's nicht ganz geklappt hat, so waren doch alle mit Freude dabei. Mit ein wenig Phantasie kann man dennoch die menschlichen Ziffern erkennen. Wie gut, dass das aufgehängte Banner verdeutlicht, worum es geht.

Der Festtag startete um 10.00 Uhr mit dem Festgottesdienst in der Wüstener Kirche. Zu diesem hatten sich einige Mitarbeiter als Chor zusammengeschlossen, um gemeinsam das Lied "Wo ich auch stehe" zu präsentieren. Neben Pfarrer Andreas Gronemeier (Aufsichtsratsvorsitzender) und der Vorsitzenden des Bewohnerbeirats Elfriede Koopmann waren auch Bürgermeister Dr. Wolfgang Honsdorf und Landespfarrerin Renate Niehaus als Festredner geladen. Vorstand, Stiftsseelsorgerin und Sozialdienst des Stiftes gestalteten den Gottesdienst aktiv mit. Eine gemeinsame Aktion, bei der die vergangenen 130 Jahre und die noch folgenden symbolisiert wurden, rundete den gelungenen Vormittag ab.
Nach dem Festtagsessen, als Dank für die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Stiftes, begann das eigentliche Fest.

Bei Kaffee und Kuchen genossen die zahlreichen Besucher die Drehorgelmusik von Ehepaar Schröder.

Zudem gab es eine Ausstellung über Leben und Werk Wilhelm Buschs, eine Lese- und Vorlese-Ecke sowie Infostände vom Stift und dem Förderverein Zeitspende.



Wie in jedem Jahr konnte an Führungen durch das Betreute Wohnen, die Seniorenwohnungen und das Pflegeheim teilgenommen werden.

Stilecht waren die Sozialdienstmitarbeiterinnen und die die Stiftsseelsorgerin als fromme Helene, Witwe Bolte, Max und Moritz sowie Lehrer Lämpel kostümiert.



Zum Abschluss gab es als besonderes Highlight von ihnen einen Sketch. Erzähler Lehrer Lämpel berichtete über Witwe Boltes nächtliches Zahnweh: "Das Zahnweh, subjektiv genommen, ist ohne Zweifel unwillkommen; Doch hat's die gute Eigenschaft, daß sich dabei die Lebenskraft, die man nach außen oft verschwendet,auf einen Punkt nach innen wendet!"
Von Schmerzen gezeichnet, machte sich Witwe Bolte auf den Weg zu Doktor Schmurzel.

Sie schellte: "Der Doktor wird von diesem Lärme Emporgeschreckt aus seiner Wärme. Indessen kränkt ihn das nicht weiter; Ein Unglück stimmt ihn immer heiter."

Mit viel Elan macht er sich an die Arbeit und lässt Witwe Bolte erst wieder gehen als der Zahn gezogen ist.

"Hab's mir gedacht!" sprach Doktor Schmurzel, "Das Hindernis liegt in der Wurzel. Ich bitte bloß um drei Mark zehn! Recht gute Nacht! Auf Wiedersehn!"



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