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Stiftsbewohner stellen sich vor


Heinrich Stücke

"Ich kenne Wüsten schon lange!"

„Kommen Sie herein“. Freundlich begrüßt mich Heinrich Stücke, als ich zum vereinbarten Termin an der Tür seines Appartements im Betreuten Wohnen klingle. Gern habe ich den Auftrag angenommen, ihn in dieser Ausgabe des „Stiftlers“ vorzustellen. Als ich im August zu ihm gehe, wohnt er erst seit etwa zwei Monaten dort und doch ist mir sein Gesicht schon recht vertraut. „Es gibt hier so viele unterschiedliche Angebote im Stift zu Wüsten, ich probiere aus, was mich interessieren könnte. Einige Sachen gefallen mir gut und da gehe ich auch gern hin“. So ist er schon ein regelmäßiger Besucher des wöchentlichen „Gesprächskreises“ und anderer Veranstaltungen. Seine Kontaktfreudigkeit ist gut zu verstehen, wenn er erzählt: „Wir waren zu Hause 10 Geschwister. Inzwischen leben davon leider aber nur noch 5“.


Ehe er hierher zog, wohnte Heinrich Stücke lange Jahre in Biemsen- Ahmsen, später dann in der Goethestraße in Bad Salzuflen. Nachdem er in Rente gegangen war, übernahm der gelernte Tischler die Gartenpflege in dem Haus, in dem er wohnte. Stolz zeigt er mir Fotos, auf denen ich die üppige und vielseitige Blumenpracht bewundern kann, die seine Pflege zustande gebracht hat. Dann erfahre ich, so ganz nebenbei, dass der kupferfarbene Blumenkorb in unserem Park eine Spende von ihm ist. An ihm können sich Bewohner und Besucher an schönen Sommertagen erfreuen.

Interessante Dinge erfahre ich aus seinem Leben. Als junger Mann war er Soldat im 2. Weltkrieg. Im April 1945 kam er in russische Gefangenschaft und musste dort in verschiedenen Lagern im Bergwerk arbeiten, ehe er im Oktober 1949 wieder nach Hause kam. Arbeit fand er zunächst bei den Ankerwerken in Bielefeld, bis er 9 Jahre später dann wieder in seinem Beruf als Tischler arbeiten konnte.

Vor zwei Jahren starb seine Frau, seine Tochter mit Schwiegersohn und Enkelkind wohnen auch nicht mehr hier und so sah er sich nach einer neuen Bleibe um. Mehrere Male besichtigte er das Stift zu Wüsten, sah sich auch andere Einrichtungen an und entschloss sich dann, hierher nach Wüsten zu ziehen. „Ich kenne Wüsten schon lange, wir haben regelmäßig die Wüstener Kirmes besucht. Außerdem ist die Infrastruktur hier wirklich gut, ich finde alles, was ich zum Leben brauche, Lebensmittelgeschäft, Banken, Ärzte, Apotheker und vieles mehr, wovon andere kleinere Ortsteile nur träumen können. Auch ist die Busverbindung nach Bad Salzuflen tagsüber recht zufriedenstellend“.

Interessiert betrachte ich an der Wand eine Urkunde über 50jährige Mitgliedschaft im Sportverein Ahmsen. „Über viele Jahre war ich dort ehrenamtlich tätig. Regelmäßig treffe ich mich auch noch mit meinen Sportkameraden zu gemütlichen Nachmittagen. Ich finde es wichtig, frühere Kontakte nicht ganz fallen zu lassen“.

Als ich gehe, versichert mir der vitale 80jährige, dass er mit seinem Leben im Stift und insgesamt durchaus zufrieden ist. Wir wünschen ihm hier noch viele schöne Jahre mit netten alten und neuen Kontakten.


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